EVANGELISCH IN WEISSACH IM TAL

Max-Fischer-Gemeindehaus Oberweissach

Oberweissach, Kammerhofweg 19

Telefon 07191 57552  


Kammerhofweg 19

1982 konnte die Kirchengemeinde das Gemeindehaus für den Bezirk II in Oberweissach einweihen. Es trägt den Namen von Max Fischer, der von 1945 bis 1966 Gemeindepfarrer in Unterweissach und Leiter der Missionsschule Unterweissach war. 2014 wurde das Haus grundlegend renoviert.

Namen und Telefonnummern

Pfarrer Hans-Dieter Stroh, Kammerhofweg 17, Tel. 07191 310650
Hausmeister und Mesner Helmut Wahl, Blumenstr. 11, Tel. 07191 53651
Kirchenpflegerin Edeltraud Hindersmann-Hoppe, Tel. 07191 9140892 bzw. 07191 59088
Vorsitzender des Kirchengemeinderats Jörg Schaal, Tel. 07191 57201

Fotos vom Gemeindehaus

Haupteingang EG
Ansicht mit Nebenzugang UG
Foyer EG
Saal EG
Jugendraum UG
Mehrzweckraum UG

1982 - 2007: 25 Jahre Max-Fischer-Gemeindehaus

Pfarrer Max Fischer hatte bereits in den 60er Jahren das Grundstück für ein zweites kirchliches Zentrum in der Kirchengemeinde ausgesucht.
1980 wurde die Idee wieder aufgegriffen und der Spatenstich konnte erfolgen. Architekt Eberhard Schauer führte Regie beim Bau des neuen Gemeindehauses.
Bürgermeister Deuschle und Architekt Schauer.
Architekt Schauer stiftete der Kirchengemeinde für den Gottesdienstraum neben dem Kruzifix den Altar und das Lesepult, deren Brüstungen von ihm selbst geschnitzt wurden.
Jubiläum mit Pfarrer Walter Harter (1975-1980 Pfarrer im Bezirk II)
Jubiläum mit Pfarrer Klaus Kucht (1987-1997 Pfarrer im Bezirk II)
Jubiläum mit Pfarrer Günter Nickel (1981-1986 Pfarrer im Bezirk II), Frau Nickel und Pfarrer Stroh.
Im großen Saal feiern wir Gottesdienst. Außerdem steht der Saal auch für Veranstaltungen zur Verfügung. Foto von einem der Oberweissacher Konfi-Tage.
Am letzten Sonntag vor den Sommerferien feiern wir in Oberweissach das Sommerfest der Kirchengemeinde.
Seit 2002 findet in den Sommerferien rund um das Max-Fischer-Gemeindehaus ein tägliches Ferienprogramm statt.
Aquarell von W. Drautz ihm Rahmen der Ökumenischen Kirchentage "Miteinander leben".
In den "Weissacher Einsichten" laden wir vorrangig Referentinnen und Referenten aus dem Weissacher Tal ein, die am öffentlichen Leben teilnehmen und Verantwortung tragen und die sich als Christinnen und Christen verstehen.

Max Fischer

Liebe Gemeinde!
Ich bin gebeten worden den Mann vor unsere Augen zu malen, dessen Namen dieses Gemeindezentrum trägt: Max Fischer Gemeindehaus
Max Fischer ist im Sommer 1900 im damaligen Ostpreußen geboren. Er hat seine theologische Ausbildung und geistliche Prägung im Brüderhaus im preußischen Bahnau erhalten. Er war Prediger und ein begnadeter Evangelist, durch dessen Verkündigung der frohen Botschaft Menschen zum lebendigen Glauben an Jesus Christus fanden. Er gehörte in der Zeit des Nationalsozialismus der Bekennenden Kirche an, die vom damaligen Regime schwer bedrückt und verfolgt wurde. Er wurde bespitzelt und wiederholt Verhören unterzogen.
Am Ende des Krieges musste er mit seiner Familie wie Hunderttausende von Flüchtlingen über das zugefrorene Haff fliehen. Mittellos und erschöpft kam er in Württemberg an. Der damalige Landesbischof Wurm übertrug ihm die Pfarrstelle in Unterweissach. Zur Kirchengemeinde gehörten in jener Zeit noch die Dörfer Heutensbach und Unterbrüden. Mit großer Energie und Schaffenskraft nahm er die Seelsorge und den Verkündigungsdienst auf. Er hatte eine besondere Gnadengabe des Predigens. Sein Wirken beschränkte sich nicht nur auf die Kirchengemeinde. Er wurde von vielen Gemeinden zu Evangelisationswochen eingeladen. Ich selbst bin ein lebendiges Beispiel. Durch einen solchen Dienst kam ich mit Pfarrer Max Fischer in Verbindung, aus der mein Entschluss reifte, mich an der Missionsschule in Unterweissach ausbilden zu lassen. Diese Schule wurde auf Initiative von Pfarrer Fischer in Zusammenarbeit mit Pfarrer Johannes Wieder wieder ins Leben gerufen und geleitet. Im Lamm, das heute ins Rathaus integriert ist, fing 1949 der Unterricht an. Es ist heute kaum noch vorstellbar, wie Pfarrer Max Fischer, Leiter und Lehrer dieser Schule und Gemeindepfarrer, dies alles bewältigen konnte. Und dabei den Grundgedanken hatte, dass auch im oberen Bezirk ei kirchliches Gebäude gebaut werden sollte. Dazu hatte Pfarrer Fischer bereits mit Bürgermeister Schad einen Platz ausgesucht, auf dem sowohl kommunale Einrichtungen wie auch ein kirchliches Zentrum entstehen sollten. Pfarrer Fischer verstarb bereits 1967 und konnte dieses nicht mehr sehen. Nach seinem Tod wurde der Plan zunächst nicht weiter verfolgt.
Als ich 1955 im Mai über die Forchen nach Oberweissach wanderte, um hier die Bubenjungschar zu übernehmen, fanden alle kirchlichen Veranstaltungen noch in der alten Schule statt. 20 Jahre später, 1975, übernahm ich den Dienst im Oberen Bezirk. Die Schule, die Kirche und die Vereine nutzten damals die so genannte Schulbaracke. Es herrschte damals eine räumliche wie terminliche Enge. Ich habe den Oberkirchenrat besucht und ihm die räumliche Not geschildert, und ihn gebeten, ob wir nicht ein Montagegemeindehaus bekommen könnten. Oberkirchenrat Bauer sagte damals: Wir machen gleich was Richtiges. Das war der Anfang, damit wir in eine konkrete Planung eintreten konnten. Ich erinnere mich an einen Gemeindeabend im Gemeindehaus Unterweissach, bei dem ich ein Lichtbild der Wiese, auf dem das zukünftige Gemeindehaus stehen sollte, auf die Leinwand warf. Auf meine Erklärung, hier soll einmal das Oberweissacher Gemeindehaus gebaut werden, war nur betretenes Schweigen im Raum. Ich blendete dann ein von mir skizziertes Gemeindehaus auf die Wiese, dieses löste spontanen Beifall aus. Von da an war der Bann gebrochen und alle zogen mit. Bald darauf bekam Architekt Eberhard Schauer den Auftrag, das Gebäude zu planen. Als die Frage der Namensgebung auf der Tagesordnung stand, war ich nicht mehr hier in Weissach im Tal. Aber ich denke ich gehe nicht fehl in der Annahme, dass der damalige Kirchengemeinderat sich ausführlich an Pfarrer Max Fischer erinnerte. Er hatte den Gemeindehausbau durch die Platzbeschaffung auf den Weg gebracht. Deshalb erhielt dieses Gebäude den Namen Max-Fischer-Gemeindehaus. Ihm lag viel daran, dass die Gemeinde aus lebendigen Steinen gebaut wird. Das heißt aus Menschen, die an Jesus glauben und deshalb eine Gemeinde als geistliches Haus bilden. Dies ist die Aufgabe jeder Generation in der christlichen Gemeinde. Pfarrer Max Fischer hat das Seine dazu beigetragen.
Pfarrer Walter Harter, zum 20jährigen Jubiläum (2002)


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