EVANGELISCH IN WEISSACH IM TAL

Evangelische Sankt Agatha Kirche

Kirchberg 10, Unterweissach

Janine Liebegeld
Friedhilde Marsch
Clarissa Vogel

 

Mesnerin:

Janine Liebegeld

Friedhilde Marsch

Clarissa Vogel

Geöffnete Kirche

Die Evangelische Sankt Agatha Kirche in Unterweissach, Kirchberg 10 ist jeweils an Samstagen und Sonntagen für Interessierte von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.
Pfarramt I, Pfarrer Albrecht Duncker, Kirchberg 11, Unterweissach, Telefon 07191 52575.

Geschichte

Wie lange schon eine Kirche in Unterweissach steht, wissen wir nicht. Eine kleine Kapelle auf dem jetzigen Kirchberg um 900 n. Chr. wird als ziemlich sicher angenommen.

Wohl um 1250 wurde eine Kirche mit Turm vom Kloster Murrhardt aus erbaut, deren romanische Reste im Fundament unseres jetzigen Kirchturms erhalten sind.

Aus den Akten von 1423, in denen Unterweissach erstmalig genannt wird, erfahren wir, "dass der Probst vom Kloster Backnang einen Priester zur Versehung des Dorfes häuslich nach Weissach setzen soll." Seit dieser Zeit hat Unterweissach einen eigenen Pfarrer.

1535 kam als erster evangelischer Pfarrer Johannes Scholl nach Weissach. Zur Pfarrei zählten außer Unterweissach noch Unterbrüden, Cottenweiler, Heutensbach, Oberweissach, Bruch, Wattenweiler, Viehhaus.

Im Jahr 1721 wurde die Kirche erheblich erweitert und erhielt ihre jetzige quadratische Form. Eine Gedenktafel in der Kirche gibt darüber Auskunft. Zu dieser Zeit war M. Joseph Schelling Pfarrer in Unterweissach, der Großvater des berühmten Philosophen Friedrich Wilhelm Joseph Schelling.

 

"Agatha"

Die Kirche trägt den Namen der christlichen Märtyrerin Agatha aus Catania auf Sizilien, die um 250 n. Chr. in der Verfolgung des Decius den Tod erlitten hat.

 

 

 

Kirche um 1250
Gedenktafel 1721 "Tandem! (Endlich!) als man gezehlt 1721 Jahr, dieß Gotteshaus erweitert war ..."

Taufkapelle

In der Taufkapelle unter dem Turm hat Kunstmaler Walter Kohler im Jahre 1930 ein farbenfrohes und aussagestarkes Passionsfenster geschaffen.

 

Die bronzene Taufschale auf unserem Taufstein wurde im Jahre 1974 von der Künstlerin Gertrud Angelika Wenzel geschaffen. Sie stellt die Errettung Jonas dar. Wie einst Jona, so stehen die Täuflinge unter dem Zeichen der Güte Gottes durch Jesus Christus.

 

Der Osterleuchter mit der Taufkerze wurde von dem Weissacher Künstler Peter Haußmann entworfen und gestaltet.

Taufschale
Osterlicht

Kanzel

Die Kanzel wurde 1722 in spätbarockem Stil geschaffen. Dazu gehört der Kanzeldeckel mit dem auferstandenen Christus mit der Inschrift "Selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren", die 1967 wieder in ursprünglicher Form freigelegt wurden. Über die Entstehungszeit und den Künstler des ausdrucksstarken Kruzifixes fehlen genaue Angaben. Man kann aber das Ende des 17. Jahrhunderts annehmen.

Farbfenster

Im Jahr 1966 schuf Wolf Dieter Kohler die beiden Farbfenster an der Stirnsete des Kirchenschiffs.

Im größeren Fenster ist das Abendmahl dargestellt, im kleineren der erhöhte und kommende Weltenrichter Jesus Christus.

Abendmahl
Weltenrichter
Im 50 Meter hohen "schiefen Kirchturm", dem Wahrzeichen der Gemeinde, hängen heute drei Glocken.

Orgel

1983 wurde die Orgel von Orgelbaumeister Reinhart Tzschöckel neu erbaut. Sie trägt das alte Orgelgehäuse von 1872, das unter Denkmalschutz steht.

Emporentafeln

Kunsthistoriker Veit

Im Jahr 1991 hatte die Kirchengemeinde bei der Innenrenovierung der Kirche eine Bildtafel der Empore freilegen lassen: das Memento Mori.

10 Jahre später wurde der Verein zur Freilegung und Erhaltung der Emporenmalerei in der Evangelischen Sankt Agatha Kirche e.V. - FEE - gegründet, mit dem Ziel, die restlichen noch übermalten Bilder wieder freizulegen.

Am 3. Februar 2006 wurden dieses Ziel erreicht und die freigelegten Emporenbilder in einem Festakt der Evangelischen Kirchengemeinde und der Öffentlichkeit übergeben.

Den Festvortrag unter dem Thema „ Bilder im protestantischen Kirchenraum – insbesondere in der Evang. Sankt Agatha Kirche Unterweissach“ hielt der Kunsthistoriker Herr Rudolf Veit aus Stuttgart.

Er interpretierte die Bilder in der Kirche und stellte fest, dass es sich bei diesen um naive, volkstümliche Bilder aus der Zeit um etwa 1710 – 1721 handelt. Sehr wahrscheinlich wurden die Bilder von einem Unterweissacher Maler oder gar Handwerker gemalt. Der theologische Inhalt stammt - so Veit -  von bebilderten Bibeln und Schriften der damaligen Zeit.

 

(Der Vortrag von Herrn Veit ist für Interessierte in der Pfarrämtern erhältlich, ebenso veröffentlicht in: Vom Sündenfall zurück ins Paradies, Unsere Heimat, Nr.2 / April 2006 Beilage der Backnanger Kreiszeitung)

Siehe auch: Die Weissach Chronik, 2006, Gemeinde Weissach im Tal

 

Sechs verschiedene Motive der Emporenbilder sind inzwischen als Kunstpostkarten in den Pfarrämtern und in der Kirche erhältlich.

Die Ornamentbilder zeigen das Gestaltungsschema der Bildtafeln
Jakobs Traum von der Himmelsleiter
Kundschafter aus Kanaan
Memento-Mori und Vanitas "Denke an den Tod"
Justitia - Gerechtigkeit
"Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so sehnt sich meine Seele nach dir, o Gott". Psalm 41
Garten Eden - Paradies
"Himmlisches" Jerusalem
Taufe Jesu im Jordan
Jesus betet am Ölberg
Jakobs Kampf
Segnender Christus

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